Need Transport?

Von A nach B zu kommen ist in Indonesien nicht schwer. Dumm nur, wenn man eigentlich nach C will…

Da wir überzeugt sind, dass unser Hostel-Manager ein Halsabschneider ist, der die Hälfte des Geldes für den Bus in seine eigene Tasche wirtschaftet, haben wir uns entschlossen auf eigene Faust von Bromo nach Probolinggo zu reisen.

Zwei Mädels aus unserem Hostel, die einen Fahrer nach Surabaya gebucht hatten, nahmen uns auf den ersten Kilometern bis zur Hauptstraße mit. Dort stiegen wir aus und stellten uns auf die Straßenseite Richtung Probolinggo. Augenblicke später hielt ein kleiner roter Bus auf der gegenüberliegenden Straßenseite und zwei Schaffner stiegen aus und überquerten die Straße, um mit uns zu reden.

Sie fragten uns nach unserem Reiseziel und wir machten den Fehler ihnen ebendieses zu nennen, statt zu Fragen wo sie hinfahren. Sie stiegen sofort auf unser Ziel ein und schnappten sich unser Gepäck noch bevor die Verhandlung des Transportentgeldes begannen.

T: “How much is it?”

L: “Five! Five!”

T: “Only 5000? Ok, that’s cheap.”

L: “No no. 50000!”

T: “Aha. That’s too much. We pay 20000!”

L: “Nooooooo, 40000!”

T: “30000”

L: “Ok, 30000 each.”

T: “No no no. 30000 for both of us!”

Die Tatsache, dass der Bus auf der anderen Straßenseite hielt hatten wir durch die Verhandlungen falsch interpretiert. Wir nahmen an, dass der Bus jetzt wenden würde. Er fuhr jedoch in die falsche Richtung los. Wir sagten den Schaffnern mit Händen und Füßen, dass wir eigentlich in die andere Richtung wollten. Die entgegneten, dass der Bus erst bis zur Endhaltestelle in Surabaya führe, dort wenden und uns dann zu unserem Ziel bringen würde. Logisch?! Logisch! Das hätte uns nur drei Stunden Zeit gekostet. Eine ältere Frau hinter uns im Bus amüsierte sich sichtlich ob unserer Naivität bzw. ob der Dreistigkeit der Busschaffner.

Wir stiegen also wieder aus — die Schaffner waren schon etwas enttäuscht — und überquerten die Straße erneut und erwischten einen anderen Bus in die richtige Richtung. Nach einer weiteren Verhandlungsrunde saßen wir im richtigen Bus, der uns in 20 Minuten nach Probolinggo brachte.

In Probolinggo am Busbahnhof

In Probolinggo wollten wir einen Bus nach Ketapang nehmen, um von dort die Fähre nach Bali zu erwischen. Das Problem an dem Busbahnhof ist, dass alle 10 Minuten ein Bus abfährt, auf dem Ketapang geschrieben steht, aber der nicht bis nach Ketapang fährt. 😩

Wir brauchten Hilfe. Zum Glück war Toto da. Jeder Busfahrer kennt Toto und Toto kennt die Handynummer jedes Busfahrers. Der Busfahrer ist nämlich der Herrscher über seinen Bus und er entscheidet wie weit er heute fahren möchte. Die Schaffner, die jeder Bus hat, sind die Lakeien des Busfahrers. Sie sind dafür zuständig die Türen zu bedienen und dem Fahrer zu signalisieren, wann er weiterfahren kann. Toto telefonierte also für uns mit diversen Bussen, die zeitnah einen Stopp in Probolinggo haben werden würden und wir erwischten so den richtigen Bus.

Dann begannen fünf Stunden Tortur im nicht klimatisierten Bus. Die Temperatur war gerade so noch auszuhalten — die Fahrweise des Busfahrers nicht. Es ist schwer zu beschreiben, wie Indonesier am Straßenverkehr teilnehmen wenn man es nicht selbst gesehen hat. Die zwei vorhandenen Spuren werden nicht selten zu fünf Spuren uminterpretiert. Fahrspurwechsel werden durch Blinker und Hupe angezeigt. Überhaupt wird die Hupe im Durchschnitt alle fünf Sekunden betätigt. Gut auch, dass unser Bus so  groß war — dadurch hatten wir meist Vorfahrt. 😉